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Was gibt es Neues 2021/2022?

Im Folgenden finden Sie eine (unvollständige) Auswahl von einigen wesentlichen Änderungen 2021/2022:

Änderungen des Umsatzsteuergesetzes

Per 1.7.2021 änderte sich das Umsatzsteuergesetz in den Bereichen:

  • innergemeinschaftlicher Versandhandel, Entfall der Lieferschwelle
  • Einfuhr Versandhandel, Entfall der Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer bis zu einem Warenwert von € 22,00, neuer Import-One-Stop-Shop
  • Erweiterung des Anwendungsbereichs des Mini-One-Stopp-Shop (MOSS)

Onlineplattformen werden bei bestimmten Lieferungen an Private selbst steuerpflichtig.

Abzugsfähige Ausgaben für die ergonomische Einrichtung des häuslichen Arbeitsplatzes

Arbeitnehmer können Ausgaben für die ergonomische Einrichtung (insbesondere Schreibtisch, Drehstuhl, Beleuchtung) ihres häuslichen Arbeitsplatzes außerhalb eines steuerlich zu berücksichtigenden Arbeitszimmers bis zu einem Betrag von € 300,00 pro Kalenderjahr ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale steuerlich geltend machen. Voraussetzung dafür ist, dass zumindest 26 Tage im Jahr ausschließlich zu Hause (im Homeoffice) gearbeitet wurde. Ein allfälliger Überschreitungsbetrag kann in das jeweils nächste Veranlagungsjahr vorgetragen werden und innerhalb des für dieses Jahr geltenden Höchstbetrages abgesetzt werden (in jedem Jahr sind mindestens 26 Tage Homeoffice-Tätigkeit erforderlich). Für das Veranlagungsjahr 2020 kann ein Höchstbetrag von € 150,00 steuerlich berücksichtigt werden. Für 2020 und 2021 können insgesamt höchstens € 300,00 berücksichtigt werden, für 2022 und 2023 jeweils € 300,00.

Steuerfreies Öffi-Ticket für Mitarbeiter

Seit 1.7.2021 kann ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern eine Wochen-, Monats- oder Jahreskarte steuerfrei zur Verfügung stellen oder die entsprechenden Kosten steuerfrei ersetzen. Die Beförderung und Übernahme der Kosten sind allerdings steuerpflichtig, wenn diese anstelle des bisher gezahlten Arbeitslohns oder einer üblichen Lohnerhöhung geleistet werden.

Homeoffice-Pauschale

Der Arbeitgeber kann für höchstens 100 Tage im Kalenderjahr ein Homeoffice-Pauschale nicht steuerbar ausbezahlen. Das Homeoffice-Pauschale beträgt bis zu € 3,00 pro Tag, an dem der Arbeitnehmer seine berufliche Tätigkeit aufgrund einer mit dem Arbeitgeber getroffenen Vereinbarung ausschließlich in der Wohnung ausübt (Homeoffice-Tag). Wird durch Zahlungen des Arbeitgebers der Höchstbetrag von € 3,00 pro Tag nicht ausgeschöpft, kann der Arbeitnehmer Werbungskosten (sogenannte Differenzwerbungskosten) in der entsprechenden Höhe ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale geltend machen (sofern kein steuerlich zu berücksichtigendes Arbeitszimmer vorliegt).

Änderungen bei Kündigungen von Arbeitern und freien Dienstnehmern seit 1.10.2021

Bei Kündigungsausspruch ab 1.10.2021 von Arbeitern durch den Arbeitgeber gelten mangels einer für den Dienstnehmer günstigeren Vereinbarung in der Regel geänderte Regelungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch, die den Kündigungsfristen und -terminen der Angestellten nachgebildet ist. Durch Kollektivvertrag können für Branchen, in denen Saisonbetriebe überwiegen, abweichende Regelungen festgelegt werden. Auch die für freie Dienstnehmer geltenden Kündigungsfristen sind inhaltlich im Wesentlichen den Regelungen für Angestellte nachgebildet.

Steuerreform

Die Bundesregierung hat eine Steuerreform angekündigt. Bei Drucklegung waren jedoch noch keine entsprechenden Gesetzentwürfe veröffentlicht. Hier eine Auswahl der auf der Homepage des Finanzministeriums kommunizierten Eckpunkte (Stand 11.10.2022):

CO2-Bepreisung und Kompensationen

  • Ab 1.7.2022 soll je Tonne CO2 eine zusätzliche Steuer von € 30,00 fällig werden. Ab 2023 erhöht sich dieser Wert auf € 35,00, ab 2024 auf € 45,00 und ab 2025 auf € 55,00. Dies wird unter anderem das Tanken und das Heizen mit Öl und Gas verteuern.
  • Je nachdem wo man wohnt, sollen 2022 gestaffelt zwischen € 100,00 (Stadt) und € 200,00 (Land) als Klimabonus ausbezahlt werden. Für Kinder soll es einen Aufschlag von 50 % geben. In den Folgejahren soll die Höhe des Klimabonus von den Einnahmen aus der CO2-Steuer abhängig sein.
  • Für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen soll es neben neuen Förderungen unter anderem auch steuerliche Anreize in Form von Sonderausgaben geben.
  • Eine sognannte „Carbon Leakage“-Regelung soll vorsehen, dass bestimmte Unternehmen aufgrund der neuen Klimamaßnahmen nicht ins Ausland abwandern.
  • Eine Härtefallregelung soll Unternehmen unterstützen, die von der CO2-Bepreisung besonders hart betroffen wären.
  • Mehrkosten, die der Landwirtschaft durch die CO2-Bepreisung entstehen, sollen in Form eines Landwirtschaftsausgleichs kompensiert werden. Hier soll es unter anderem auch eine pauschalierte Rückvergütung – abhängig von der Art und Größe der bewirtschafteten Fläche – geben.
  • Energieautarke Bauernhöfe sollen zusätzlich gefördert werden.
  • Für bestimmte Lebensmittel soll abhängig vom Herkunftsort ein Aufschlag auf den Preis erfolgen.

Weitere steuerliche Änderungen

  • Beim Einkommensteuertarif soll der Steuersatz für die zweite Stufe ab Juli 2022 von 35 % auf 30 % und ab Juli 2023 die dritte Stufe von 42 % auf 40 % gesenkt werden.
  • Die Krankenversicherungsbeiträge für kleine Einkommen (bis maximal € 2.500,00 brutto bei Arbeitnehmern und Selbständigen und maximal € 2.200,00 bei Pensionisten) sollen ab 1.7.2022 um bis zu 1,7 % einschleifend gesenkt werden.
  • Ab 1.7.2022 soll auch der Familienbonus für Kinder bis 18 Jahren von € 1.500,00 auf € 2.000,00 angehoben werden (dies bedeutet eine Erhöhung in 2022 um € 250,00 und ab 2023 eine Erhöhung um € 500,00 jährlich). Für Kinder über 18 Jahren soll der Familienbonus dann € 650,00 statt wie bisher € 500,00 betragen (Erhöhung in 2022 um € 75,00 und ab 2023 um € 150,00 jährlich). Auch der Kindermehrbetrag soll ab 1.7.2022 auf € 450,00 angehoben werden (Erhöhung in 2022 um € 100,00 und ab 2023 um € 200,00 jährlich).
  • Werden Arbeitnehmer im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsmodells am Erfolg des Unternehmens beteiligt, soll dies ab 1.1.2022 bis € 3.000,00 steuerfrei sein.
  • Die Körperschaftsteuer soll 2023 von 25 % auf 24 % und im Jahr 2024 von 24 % auf 23 % gesenkt werden.
  • Der Grundfreibetrag beim Gewinnfreibetrag soll von 13 % auf 15 % erhöht werden.
  • Der Grenzwert für geringwertige Wirtschaftsgüter soll ab 1.1.2023 von € 800,00 auf € 1.000,00 erhöht werden.
  • Ein neuer Investitionsfreibetrag ist ab 2023 geplant. Dieser soll insbesondere für ökologische Unternehmensinvestitionen wirken.
  • Für selbst hergestellte und verbrauchte elektrische Energie aus erneuerbaren Energiequellen soll ab 1.7.2022 keine Elektrizitätsabgabe anfallen. Auch die bisherige Deckelung der Steuerbefreiung von 25.000 kWh jährlich soll z. B. für Kleinwasserkraftwerke, Biogas und Windenergie entfallen.
  • Mietkaufmodelle sollen ab 2023 steuerlich bessergestellt werden, indem der Vorsteuerberichtigungszeitraum für den Erwerb von Mietwohnungen mit Kaufoption von gemeinnützigen Bauträgern von 20 auf 10 Jahre verkürzt werden soll.
  • Es soll eine ausdrückliche gesetzliche Regelung zur steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen erfolgen.

Die Gesetzwerdung der Steuerreform bleibt jedenfalls abzuwarten!

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